Fosdem 2026
Durch ein paar glückliche Umstände, bekam ich die Gelegenheit dieses Jahr auf die Fosdem 2026 (Free and Open Source Software Developers European Meeting) zu fahren. Gemeinsam mit @angry sind wir am Freitag nach Brüssel gereist um uns Europas größte Entwicklerkonferenz mit über 8.000 Besuchern und 1.013 Vorträgen nicht entgehen zu lassen.
Tag 1 verbrachten wir fast ausschließlich im Developer Room Modern Email . Hier bekam man das Gefühl, es passiert richtig was … in dem schon so häufig tot gesagten Protokoll. Neben Erfahrungsberichten und modernen Ansätzen von Mail-Clients, ging es vielfach um das Protokoll JMAP und das Mailserver-Projekt Stalwart . Meine beiden Favoriten waren hier:
- JMAP for Everything (Destroy All Monsters): JMAP Calendar, Contacts, Files
- Stalwart: Can Open Source do Gmail-scale Email?
Beide Vorträge waren kurzweilig und informativ. Inbesondere der Mensch hinter Stalwart, Mauro De Gennaro, war der gefragte Typ im Raum, da die Mail-Server-Communiy nach der ersten stabilen Version 1.0 lechzt, die im Sommer 2026 zu erwarten ist. Für mich ist das schon äußerst beeindruckend. Hier wird quasi ein neues Protokoll mit JMAP entwickelt und die ICANN (auch vor Ort vertreten) wartet auf “Futter” um die Details in einen Standard zu gießen. Mir ist zwar grundsätzlich klar wie das läuft, aber ich war noch nie (gefühlt) live dabei.
Dass die Vertreter von Thunderbird, in ihrem Vortrag die aktuelle Entwicklung mit nur EINEM Wort (in den Slides) erwähnt und sich sonst um die Integration von Microsoft-Exchange befasst haben, hab ich überhaupt nicht verstanden.
Neben den Vorträgen gab es einen persönlichen Austausch zwischen ein paar Entwicklern der Heinlein-Gruppe und uns. Die sind in der Szene insbesondere für die Mail-Server-Angebote von https://mailbox.org bekannt.
Am Abend fanden wir uns dann in einer Brüssler Bar, mitten im Treffen der XWiki-, CryptPad-, Passbolt-, Nextcloud-, und OpenProject-Communitiy, wieder. Auch an dieser Stelle gab es noch einen bereichernden Austausch mit einem DevOP.
Tag 2 wurde dann hauptsächlich zur Erkundundung der zahlreichen Aussteller mit vielen kleinen Gesprächen, dem ein oder anderen Wiedersehen von bekannten Gesichtern und ein paar Vorträgen aus dem Track Identity and Access Management gefüllt. Auch das war interessant. Aber wir waren dann irgendwann komplett bedient. Wenn wundert es? Nach zwei Tagen Druckbetankung von technisch anspruchsvollen Vorträgen ist das Hirn irgendwann nicht mehr aufnahmefähig.
Nun (auf der Heimfahrt) denke ich, dass sich der Weg nach Brüssel absolut gelohnt hat. Ich hab das Gefühl nicht das letzte Mal auf der Fosdem gewesen zu sein und freue mich wenn es nochmal klappt. Aber das nächste Mal gibt es gleich an Tag 1 einen Fosdem-Hoodie. Die waren einfach zu schnell ausverkauft.